Geschichte der Vorbilder
Cannonball Run
Wir reisen ins Jahr 1971 zurück. Anfang der 70er, teilweise schon vor der Ölkrise, führten die Vereinigten Staaten Geschwindigkeitsbegrenzungen ein. Sehr zum Unmut einiger Automobilisten. Als Protest auf diese Einschränkungen gründete Brock Yates 1971 den ersten «Cannonball Run» (dt: Kanonenkugel-Lauf).
Der Cannonball Run war ein extremes Rennen von der nordamerikanischen Ostküste zur Westküste und erstreckte sich über unfassbare 4'500 Kilometer. Für das Rennen erhielte er keine Genehmigung. Selbstredend hielt man sich auch nicht an die Tempolimits. Die einzige Regel des Rennes lautete: «Es gibt keine Regeln.» Acht Fahrzeuge starteten das Rennen an der Red Ball Garage in Manhatten. Gründer Brock Yates überquerte zusammen mit Dan Guerney im Ferrari Daytona die Ziellinie beim Portofino Hotel & Marina in Redondo Beach, Los Angeles, als erster. Sie benötigten für die Strecke 35 Stunden und 54 Minuten.
Von da an organisierte Yates bis 1979 jährlich einen Cannonball Run. Aufgrund der zunehmenden Popularität und den saftigen Strafen der Polizei, tarnten die Fahrer ihre Fahrzeuge beispielsweise als Krankenwagen und hörten den Polizeifunk ab. 1979 startete dann aufgrund des zunehmenden Drucks der Polizei und hohen Sicherheitsrisiken das letzte Rennen.
In der Underground-Szene behielt das Rennen aber seine Popularität. Bis heute versuchen sich Fahrer an diesem Rennen. Den Rekord halten Arne Torman und Doug Tabbutt auf ihrem inoffiziellen Run während der Pandemie 2020. Sie legten die Strecke in sagenhaften 25 Stunden und 39 Minuten zurück. Inklusive der Tankstopps erreichten sie mit ihrem Audi S6 eine Durchschnittsgeschwindigkeit von unfassbaren 165 km/h. Der Cannonall Run wurde mehrfach in Komödien verfilmt. Brock Yates war jedoch nicht begeistert, da die Verfilmung ohne seine Beteiligung entstand.
Gumball 3000
Wir reisen abermals durch die Zeit und landen im Jahr 1999. Maximillion Cooper (ja, er heisst tatsächlich so) gründete als Hommage an den Cannonball Run einen jährlich stattfindenden Roadtrip namens «Gumball 3000».
Die Zahl 3000 bezieht sich die zurückzulegende Strecke von 3'000 Meilen (ca. 4'800 Kilometer, Streckenlänge wie beim Cannonball Run). Dabei wählte Maximillion die Namensgebung «Gumball» (dt. Kaugummi) aufgrund des Zitats von Andy Warhol:
«The population chews up and spits out pop culture like a piece of gumball”
Warhol meinte damit, dass die moderne Gesellschaft süchtig nach ständig neuen Trends, Kunst, Musik und Prominenten ist, diese aber extrem schnell konsumiert, langweilig findet und durch das nächste «bunte Ding» ersetzt. Maximillion fand diesen Vergleich für seinen Event passend. Wenn man heute Gumball 3000-Videos anschaut, erkennt man, dass der Name nicht treffender hätte sein können.
Gumball ist ein Cannonball Run mit einer gehörigen Portion Reizüberflutung. Hypercars, Rock’n’Roll, Rap-Musik, Mode und Promi-Kultur.
Die Gumball 3000 ist ein Lifestyle-Event über 6 bis 7 Tagen verteilt auf dem ganzen Kontinent (inzwischen auch Kontinent übergreifend!). Tagsüber wird gefahren, abends finden legendäre Partys und exklusive Events für die Teilnehmer statt. Die Rallye ist allerdings nicht unumstritten, da Teilnehmer in der Vergangenheit immer wieder durch riskante Fahrweise, Geschwindigkeitsüberschreitungen und Beschlagnahmungen von Fahrzeugen durch die Polizei aufgefallen sind.
Der Event dient mittlerweile auch wohltätigen Zwecken und unterstützt mit der "Gumball 3000 Foundation" benachteiligte Jugendliche.
Für detaillierter Details zum Event kann ich das Buch «Gumball 3000 – 20 Years On The Road» empfehlen.
Stangball
Was hat denn nun Stangball mit Cannonball Run und Gumball 3000 zu tun? Die bessere Frage ist vielleicht: Worin unterscheidet sich die Stangball von den anderen beiden Konzepten? Die Antwort lautet: In der Dimension und der Legalität. Natürlich haben wir bei weitem nicht dasselbe Budget wie Gumball 3000. Auch wollen wir keine illegalen Strassenrennen unterstützen. Aber lange, ausdauernde Ausfahrten durch schöne Orte, eine gute Zeit und eine Bühne zu haben um unsere individualisierten Mustangs und Shelbys zu zeigen, gehört definitiv dazu. Das ist die Idee von Stangball. Der Name darf als Hommage verstanden werden.